Logo

BAYREUTH---BAYREUTHER---HAUS + HOF---HAB + GUT---LITERATUR---INHALT---ANHANG

. . . IN BAYREUTH---FEUER + LICHT---EINRICHTUNG

item7
Kastenbrunnen
So wie diesen Brunnen im Museumsdorf Düppel (1) darf man sich auch den Brunnen in der "Ehemaligen Schmiedgasse" vorstellen. Wobei hier der oberirdische Teil, ebenso wie die eventuell vorhandene Windenaufhängung oder ein Brunnenhaus nicht mehr erhalten sind. Bei deren Rekonstruktion muss dann auf zeitgenössisches Bildmaterial zurückgegriffen werden, wobei ein Hinterhofbrunnen wohl kaum überdacht war (2).
Um solche Brunnen anzulegen wurde zunächst eine Baugrube, größer als der eigentliche Brunnen, bis unter den Grundwasserspiegel gegraben. In die Grube stellte man dann die vier mit mehreren Kränzen aus eingezapften Querriegeln gegeneinander versteiften Eckpfosten. Die Brunnenwände errichtete man dann aus aufeinander liegenden Bohlen die üblicherweise nicht mit der Unterkonstruktion verbunden (genagelt, gezapft, genutet) wurden, sondern lediglich an die Innenkonstruktion gestellt und vom Druck des nach und nach eingefüllten Erdreichs gehalten wurden (3). Erst beim oberirdischen Teil des Brunnens mussten dann die Brunnenwandbohlen, wie z.B. beim Düppeler Brunnen, auf die Eckpfosten genagelt werden.
Vergleichbare Holzschächte, in gleicher Bauart aber abweichender Größe, fanden sich bei Grabungen in Nordbayern u.a. in Dietstätt als Brunnen aus den 8. Jahrhundert, in Nürnberg (Irrerstraße 19) als Latrine aus der Zeit um 1300 (4) und nicht zu vergessen, die Kastenkloake aus dem 14. Jh. in Bayreuth ("Alte Lateinschule").
 
__________
1) Wiederaufgebauter Brunnen an Stelle des mittelalterlichen Brunnen 354. Natürlich ist auch dieser Brunnen üblicherweise nach oben offen. Aber z.Z. ist er aber mit losen Brettern abgedeckt und es fehlen einige Bohlen der Seitenwand.
2) Bischof 2010, S.31f.
3) Bischof 2010, S. 29f.
4) Bischof 2010, S. 38
item1

 

KONTAKT---LINKS---IMPRESSUM---URHEBERRECHT---LINKHAFTUNG---DATENSCHUTZ

© 2007 - 2019 O. Rausch. Alle Rechte vorbehalten